Aeskulap-Stab
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Beleuchtungsapparat

Weitergehende Optimierungen des Luminanzkontrastes können durch verschiedene technische Modifikationen des Beleuchtungsapparates erreicht werden.

So können beispielsweise verschiedene Einschubfilter für Luminanzkontrast erstellt werden, welche in geeignete Kondensoren einzuführen sind (Abb. 7a – c).



Abb. 7:
Filter für Luminanzkontrast zum Einschub in geeignete Hellfeld-Kondensoren
a: Filter mit kleinflächiger mittiger Perforation
b: Doppelt perforierter Filter (mittige Öffnung und peripherer Lichtring)
c: Transparenter Filter mir zentraler Perforation und lichtundurchlässigem Randsaum

 

Zunächst kann eine lichtundurchlässige Platte mit einer zentralen Perforation verwendet werden (Abb. 7a); diese kann auf unterschiedliche Weise in einen Kondensor eingeführt werden. Der Durchmesser der Perforation ist so zu bemessen, dass die gesamte Querschnittsfläche des hindurchtretenden Lichtes bei zentrierter Anordnung von dem lichtabsorbierenden Element im Objektiv abgedeckt wird. Bei exakter Justierung resultiert in diesem Fall Luminanz-Dunkelfeld. Wenn dieser Schieber geringfügig in eine dezentrierte Position gebracht wird, kann Luminanz-Interferenzkontrast entstehen. Die Aperturblende des Kondensors kann hierbei entweder geöffnet bleiben oder geringfügig geschlossen werden, falls hierdurch qualitative Verbesserungen erreichbar sind.

Weiterhin können auch Einschubelemente mit Doppel-Perforationen verwendet werden, bestehend aus einer mittigen zentralen Perforation und einer peripher hierzu angeordneten ringförmigen Perforation. Beide Perforationen werden voneinander durch einen schmalen lichtundurchlässigen Randbereich abgetrennt (Abb. 7b). Als Alternative kann auch ein lichtdurchlässiger Schieber mit einer zentralen Perforation und einem hieran angrenzenden lichtundurchlässigen Randsaum versehen werden (Abb. 7c). Die Intensität der Hintergrundbeleuchtung kann bei diesen doppelt perforierten Einschubelementen jeweils mit Hilfe der Aperturblende des Kondensors reguliert werden. Mit diesen Konstruktionen können die zentralen beleuchtenden Strahlenanteile und die periphereren Hintergrundstrahlen in höherem Maße voneinander getrennt werden als bei ausschließlicher Verwendung der Aperturblende. Bei beiden Varianten können die voneinander separierten Lichtdurchlässe für die zentralen und peripheren Strahlenanteile in unterschiedlichen Farben gefiltert werden. Auf diese Weise können zusätzliche Farbkontraste erzeugt werden, wenn die objektbeleuchtenden Strahlen und die Hintergrundstrahlen beispielsweise mit verschiedenen Komplementärfarben ausgelegt werden. In analoger Weise kann auch im Luminanz-Dunkelfeld ein Farb-Doppelkontrast erreicht werden, wenn die zentralen beleuchtenden Strahlen aus zwei Komponenten unterschiedlicher Farbgebung bestehen.

Schließlich können auch Kondensoren technisch verändert werden, um Lichtringe variabler Breite zu erzeugen. Zu diesem Zweck kann eine zentrische lichtabsorbierende runde Platte in den Kondensor eingelassen werden, welche im Zusammenwirken mit der Aperturblende Lichtringe unterschiedlicher Breite erzeugt (Konstruktionsskizze in Abb. 8a).

Wenn ein Hellfeldkondensor verwendet wird, kann ein geeigneter transparenter Filter mit einem runden zentralen Licht-Absorber nahe der Aperturblendenebene in den Strahlengang eingeschoben werden (Abb. 8b). Die exakt zentrierte lichtabsorbierende Platte kann nun mit der entsprechend justierten Aperturblende zusammenwirken; die Breite des resultierenden Lichtringes kann auf diese Weise mittels der Aperturblende stufenlos reguliert werden (App. 8c - e).
 


Abb. 8: Erzeugung von Lichtringen variabler Breite in Luminanzkontrast-Kondensoren
a: Konstruktionsskizze, Einlagerung einer runden Absorberplatte im Zentrum der Aperturblendenöffnung
b: Transparenter Einschubfilter mir zentraler Absorberplatte zur Umrüstung von Hellfeld-Kondensoren
c-d: Einstellungskontrollen des Einschubfilters aus Abb. 8b mittels Phasen-Teleskop
c: Exakte Justierung der Absorberplattte, Aperturblende geöffnet
d: Aperturblende mittelgradig geschlossen
e: Aperturblende eng geschlossen

Um Luminanzkontrast zu erreichen, muss die lichtabsorbierende Platte innerhalb des Kondensors optisch mit dem Innenrand eines ringförmigen Licht-Absorbers im Objektiv kongruent sein. In diesem Fall wird Luminanz-Dunkelfeld resultieren, wenn die Irisblende des Kondensors hinreichend geschlossen wird. Luminanz-Phasenkontrast wird entstehen, wenn die Irisblende moderat geöffnet wird. Luminanz-Interferenzkontrast kann erzeugt werden, wenn die beleuchtenden Strahlen innerhalb des Kondensors von einer Seite partiell abgedeckt werden.

In ähnlicher Weise könnten auch Universalkondensoren für Phasenkontrast für variable Luminanzkontrast-Effekte umgestaltet werden, wenn ihre üblicherweise vorhandenen feststehenden Lichtringe durch zirkuläre Lichtabsorber mit unterschiedlichen Durchmessern ersetzt würden, welche jeweils an die Geometrie eines ringförmigen Lichtabsorbers im korrespondierenden Objektiv anzupassen wären. Die Breite des beleuchtenden Lichtringes könnte wiederum in der beschriebenen Weise durch die Aperturblende reguliert werden.

Es versteht sich von selbst, dass die Revolverscheiben entsprechender Universialkondensoren auch mit schmalen punktuellen Lichtdurchlässen unterschiedlicher Größe ausgestattet werden könnten, welche jeweils auf die Geometrie lichtabsorbierender runder Abdeckplatten in Linsenobjektiven oder die Größe der zentralen Auffangspiegel in Spiegelobjektiven abzustimmen wären.
 

Copyright: Jörg Piper, Bad Bertrich, Germany, 2007

 

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