Aeskulap-Stab
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Auflösung und 
 Tiefenschärfe
Prinzip des 
 Luminanzkontrastes
Modifikation von 
 Linsenobjektiven
Verwendung von  
 Spiegelobjektiven
Beleuchtungsapparat
Material und  
 Methode
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 Spiegelobjektive
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Technische Weiterbildungen

Für Luminanzkontrast könnten spezielle Kondensoren entwickelt werden, so dass die Geometrie der beleuchtenden Strahlen (zentrale und periphere Komponenten) noch optimaler an die Geometrie der lichtabsorbierenden Elemente und die optischen Eigenschaften des Objektes angepasst werden könnten.

So könnten beispielsweise individuell angepasste Systeme von Doppelblenden für spezielle korrespondierende Objektive erstellt werden. Diese lichtmodulierenden Elemente könnten als Einschubfilter konstruiert werden. Alternativ könnten auch Universal-Kondensoren für Luminanzkontrast entwickelt werden, die mit verschiedenen ggf. auswechselbaren Revolvern ausgestattet wären. Bei dieser Variante könnte ein spezieller Revolver für Luminanzkontrast hergestellt werden, der ein geeignetes Set unterschiedlicher Lichtblenden enthalten würde. Andere Revolver könnten für konventionelle Beleuchtungsarten weiterhin zur Verfügung stehen (z. B. Phasenkontrast und Dunkelfeld). In diesem Fall könnte der Mikroskopiker durch einfaches Auswechseln der jeweiligen Revolverscheiben zwischen Luminanzkontrast und herkömmlichen Kontrastierungsmethoden wechseln.

Einige Konstruktionsskizzen für spezielle Kondensor-Doppelblenden werden in Abb. 14 gezeigt.

                         Abb. 14: Konstruktionsvorschläge für verschiedene Doppelblenden
                         a: feststehende Doppelblende mit Zentral- und Ringblende
                         b: Doppelblende mit feststehender peripherer Ringblende und verstellbarer mittiger                                 Zentralblende (Irisblende)
                         c: Doppelblende mit feststehender mittiger Zentralblende und verstellbarer periherer
                             Ringblende (Irisblende)
                         d: Doppelblende, bestehend aus zwei konzentrischen Irisblenden

Abb. 14a zeigt das Konstruktionsprinzip einer Doppelblende für Luminanzkontrast, welche aus einem feststehenden zentralen Lichtdurchlass für den axialen Zentralstrahl und einer peripher hierzu angeordneten, ebenfalls feststehenden schmalen Ringblende für die Hintergrundstrahlen besteht. Bei geöffneter Aperturblende ergibt diese Konstruktion Luminanz-Phasenkontrast. Wird die Aperturblende so weit geschlossen, dass sie die periphere Ringblende abdeckt, entsteht Luminanz-Dunkelfeld.

Darüber hinaus könnten auch spezielle Kondensoren mit verstellbaren Doppelblenden ausgestattet werden (Abb. 14b – d). In diesem Fall könnten die Durchmesser des zentralen Lichtdurchlasses und/oder des peripheren Lichtringes mittels geeigneter Irisblenden unabhängig voneinander stufenlos verändert werden. Hieraus könnten weitere Optimierungseffekte entstehen. In gleicher Weise, wie für die in Abb. 7b und c gezeigten Doppelblenden ausgeführt wurde, könnten Doppelkontrast-Farbeffekte erreicht werden, wenn die verstellbaren Doppel-Blenden mit zweifarbigen Filterelementen ausgelegt würden. Paare zweier Komplementärfarben könnten zu maximalem Farbkontrast führen.

Um dreidimensionale Effekte zu erreichen, könnten alle vorbeschriebenen Modifikationen von Kondensoren zusätzlich mit lichtundurchlässigen Masken ausgestattet werden, wie bereits vorstehend beschrieben. Alternativ könnten auch die Beleuchtungselemente im Kondensor selbst oder der Licht-Absorber im Objektiv moderat dezentriert werden, um gesteigerte 3 D-Effekte zu erreichen.

Aufgrund seines hohen Kontrastes und seines außergewöhnlichen Auflösungsvermögens erscheint Luminanzkontrast prädestiniert, mit fluoreszenzmikroskopischen Techniken kombiniert zu werden. Wenn Auflicht-Fluoreszenz zur Verfügung steht, können Luminanzkontrastbilder auf dieselbe Weise mit fluoreszenzmikroskopischen Bildern überlagert werden, wie dies bereits mit Phasenkontrast oder Interferenzkontrast praktiziert wird.

Sofern Fluoreszenz-Anregung im durchfallenden Licht realisiert werden soll, kämen mehrere technische Szenarien in Betracht, Durchlicht-Fluoreszenz mit Luminanzkontrast zu kombinieren. Zunächst bestünde die Möglichkeit, das Erregerlicht für Fluoreszenzbeleuchtung und das geringer intensive Licht für Luminanzkontrast durch ein und dieselbe zentrale Durchlassöffnung im Kondensor zum Objekt zu leiten. In diesem Fall sollte das beleuchtende Licht für Luminanzkontrast vorzugsweise monochromatisch sein, wobei sich die Wellenlänge dieses Lichtes möglichst stark von den relevanten Wellenlängen des fluoreszenzmikroskopischen Bildes unterscheiden sollte. Andererseits könnten auch beide Komponenten des beleuchtenden Lichtes getrennt voneinander innerhalb des Beleuchtungsapparates separiert werden. In diesem Fall würden nur die zentralen Lichtkomponenten für Luminanzkontrast durch die zentrale Lichtdurchlassöffnung geleitet, und das Erregerlicht würde innerhalb des Kondensors durch einen separaten ringförmigen Lichtdurchlass geführt. Auf diese Weise könnten die Intensitäten des Luminanzkontrastbildes und die Energie des Erregerlichtes unabhängig voneinander reguliert werden. In allen technischen Varianten erscheint speziell Luminanz-Dunkelfeld geeignet, in Verbindung mit Fluoreszenz zu herausragenden Bildinformationen zu gelangen.

 

Copyright: Jörg Piper, Bad Bertrich, Germany, 2007

 

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